Alter Botanischer Garten Kiel

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Mammutbäume Sequoioidaceae
Zypressengewächse (Cupressaceae)
früher: Sumpfzypressengewächse (Taxodiaceae)

Mammutbäume sind die größten Lebewesen unseres Planeten. Sie waren vor 145 - 65 Millionen Jahren weit verbreitet und bedeckten einen Großteil der Erde. Von den zahlreichen als Fossil bekannten Mammutbäumen gibt es heute nur noch drei lebende Arten. Diese gehören als jeweils einzige Art verschiedenen (monotypischen) Gattungen der gleichen Unterfamilie Mammutbäume (Sequoioideae) der Pflanzenfamilie der Zypressengewächse (Cypressaceae) an.
Sie beeindrucken vor allem durch ihr imposantes Wachstum und ihr extravagantes Erscheinungsbild, aber auch durch ihre rötliche Rinde und ihre feinen Nadeln:

Ihr gigantisches Wachstum und Alter verdanken die Mammutbäume u.a. ihrer Resistenz gegen Insektenbefall, Pilzinfektionen und Fäulnis. Diese Eigenschaften sind auf den hohen Anteil an Terpenoiden und Gerbsäure sowohl in den Nadeln als auch in den Wurzeln, der Rinde und dem Holz zurückzuführen. Zudem ist die dicke faserige Rinde aufgrund ihres Harzmangels extrem feuerfest und schützt ältere Bäume vor Feuerschäden.
Diese Baumriesen sind Spitzenreiter in der CO2-Speicherung und könnten nach Meinung von Wissenschaftlern den Klimawandel und damit die globale Erderwärmung reduzieren.

Riesenmammutbaum, Bergmammutbaum Sequoiadendron giganteum

Dieser immergrüne Riesenmammutbaum steht im Alten Botanischen Garten neben dem Gerätehaus am Schwanenweg und ist 22 Meter hoch. Er wurde 1984 gepflanzt.

Natürliche Verbreitungsgebiete
In seinen natürlichen Verbreitungsgebieten, der kalifornischen Sierra Nevada und anderen Nationalparks kann unter günstigen Bedingungen ein Sequoiadendron über 80 Meter hoch und über 1500 Jahre alt werden und einen Stammbasisdurchmesser bis zu 12 Meter aufweisen (z.B. „General Sherman Tree“ im Sequoia Nationalpark, Kalifornien). Um diese Superlative erreichen zu können, muss er möglichst gegen alle Widrigkeiten geschützt sein.

Rinde
Eine seiner effektivsten Strategien ist seine harzfreie rotbraune dicke Rinde, die tiefe Längsfasern aufweist: Sie sorgt dafür, dass der Baum Waldbrände und Steinschlag nahezu unbeschadet übersteht. Eine besondere Schutzwirkung ist das dreidimensional dehnbare Fasernetzwerk. Auch Temperaturen bis zu -30° C kann der Baum mit steigendem Alter problemlos überleben.

Nadeln
Die Nadeln gleichen schmalen spitzen Schuppenblättern und sind spiralig angeordnet, in drei Reihen um den Trieb laufend. Die Nadeln besitzen eine mehrjährige Lebensdauer.

Blüten, Zapfen und Samen
Der Riesenmammutbaum ist einhäusig. Die männlichen Blüten befinden sich am Ende kurzer Triebe. Die weiblichen Zapfen sind eiförmig und zunächst olivgrün, verholzen später und fallen im Herbst herab. Zur Blütezeit wachsen die Zapfen aufrecht, reife Zapfen hängen herab. Die Zapfen bestehen aus 25 spiralig angeordneten Zapfenschuppen und können viele Jahre ungeöffnet bleiben. Sie enthalten sehr viele winzig kleine flache Samen mit zwei Flügeln. Die Zapfen bleiben sehr lange am Baum und lassen die Samen erst nach Austrocknung frei oder bei starker Hitzeentwicklung wie im Falle eines Waldbrands. Durch Waldbrände entstehen wiederum gute Keim- und Wachstumsbedingungen, da der Erdboden freigelegt, das Unterholz verbrannt und die Lichtverhältnisse sehr günstig sind.



-->>>  Entdeckung eines lebenden Fossils und
"Wie kam der erste Urweltmammutbaum nach Kiel?"


Die drei Mammutbäume im Sommer

von links: Küstenmammutbaum, Urweltmammutbaum und Riesenmammutbaum, 22. Oktober 2020

Die drei Mammutbäume im Winter

von links: Küstenmammutbaum, Urweltmammutbaum und Riesenmammutbaum, 15. Februar 2021

Riesenmammutbaum Stamm vom Riesenmammutbaum

Riesenmammutbaum, Stamm und Rinde

Zapfen vom Riesenmammutbaum Zweige vom Riesenmammutbaum

Zapfen und Zweige des Riesenmammutbaums